|
 |
Lage
und Geschichte
Rosenthal
ist ein kleines Dorf und befindet sich ca. 2 km nordöstlich von
Hirschfelde. Es zieht sich steil aus dem Neißetal hinauf bis
zur Hochfläche, auf welcher die Straße nach Görlitz
verläuft. Der Ort unterteilt sich in Ober- und Unterdorf, wobei
sich im unteren Teil das Fabrikgelände der ehemaligen
Flachsspinnerei (heute Hiltex GmbH) befindet. Entlang eines
malerischen Berghanges mit vielen Umgebindehäusern führen
zwei Straßen hinauf ins Oberdorf, wo sich die Bauernhöfe
mit den angrenzenden Feldern befinden. In der Geschichte wurde
Rosenthal auch Rosental (1368), Rosinthal (1429) und Rosintal (1486)
geschrieben [1].

Nachdem
1595 Zittau die Rechte an Rosenthal übernommen hatte, wurden
verstärkt Glaubensflüchtlinge aus Böhmen und
Mähren im damals verkommenen Ort angesiedelt. Deren
Haupterwerbszweige waren Vorspanndienste und die Hausweberei. Viele
Fachwerkhäuser mit den schwingungs-dämpfenden (wegen der
Webstühle) Umgebindebögen im Erdgeschoß zeugen von
dieser Vergangenheit. Mit dem Bau der Flachsspinnerei (1846-1847)
wurde dieser Betrieb zum Hauptarbeitsgeber des Ortes. Rosenthal
erweiterte sich und viele zweigeschossige Wohnhäuser für
die Arbeiter und Angestellten wurden erbaut.[1]
Mit
der Eingemeindung nach Hirschfelde im Jahr 1950 endet die
eigenständige Geschichte des Ortes. Heute ist Rosenthal ein
Ortsteil von Hirschfelde und damit seit 2007 auch Teil der Stadt Zittau. |
|
Literatur:
[1] Die Südöstliche
Oberlausitz mit Zittau und dem Zittauer Gebirge, Akademie-Verlag
Berlin, 1971
Sehenswertes
Der
Anblick der vielen direkt am Berghang erbauten Umgebindehäuser
stellt immer wieder einen faszinierenden Anblick dar. Besonders
schön sieht der Berghang in der Weihnachtszeit aus, wenn die
Weihnachtsbäume in den Vorgärten erleuchtet sind.
Folgt
man der Flachsspinnereistraße bis zu deren Ende, gelangt man
zum Beginn des Neißetalweges.
Auf dem ca. 7,5 km langen Weg, der direkt am Ufer der Neiße
durch ein idyllisches Urstromtal führt, gelangt man nach Ostritz
zum Kloster St. Marienthal.
Für
Eisenbahnfreunde hat das Neißetal noch eine Besonderheit zu
bieten, den "Rosenthaler Zipfel". Auf der Strecke von
Zittau nach Görlitz überquert die Eisenbahnlinie kurz nach
dem Hirschfelder Bahnhof die Neiße und führt auf
polnischer Seite bis nach Hagenwerder. Im Neißetal jedoch
befinden sich im Abstand von 260 m zwei Brücken, wo der Zug
für diese Distanz wieder auf deutsches Territorium zurückkehrt. |